Seminarreise Herbst 2016
Handwerk an der ligurischen Küste
«Craftsmanship names an enduring, basic human impulse, the desire to do a job well for its own sake.» ―
Richard Sennett, The Craftsman
Bei unserer Reise nach Ligurien erkunden wir eine italienische Region, die sich durch verschiedenstes Handwerk auszeichnet. Genua, seit Langem einer von den wichtigsten Häfen des Mittelmeers und ehemalige Hauptstadt einer grossen Republik, ist seit Jahrhunderten auch ein Zentrum für den Abbau und die Produktion von Baumaterialen. Mit Ausnahme von Weinbergen und Olivenhainen ist Liguriens Erde eher unfruchtbar. Stattdessen befinden sich in Genuas Umgebung zahlreiche Steinbrüche. Wir besuchen denjenigen in Carrara, wo wir glänzenden weissen Marmor sehen werden, der seit der römischen Zeit abgebaut wird. Schimmernder schwarzer Schiefer wird hingegen unterirdisch gewonnen, und vor Ort gespaltet. Besuche bei anderen Handwerkern, die auf Terrazzo, Cocciopesto, Mosaike, Möbel und Schiffbau spezialisiert sind, zeigen die Beziehung zwischen Material, Handarbeit und Landschaft auf.
Seminarwoche der Professur Günther Vogt
Datum: 24. Oktober – 29. Oktober 2016
Kostenrahmen : C
Maximal 15 TeilnehmerInnen
Kontakt : Roland Shaw, shaw@arch.ethz.ch
Archiv
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Urbanität der Landschaft – Der Architekt auf Reisen
Seminarreisen finden im Departement für Architektur an der ETH Zürich bzw. an der Professur Vogt zwei Mal im Jahr statt. Sie werden unabhängig vom jeweils laufenden Entwurfssemester geplant.
Dabei verstehen wir die Seminarreise nicht als Sightseeing-Tour, sondern als eine geführte Auseinandersetzung mit öffentlichen Freiräumen, vor allem im Spannungsverhältnis zwischen Stadt und Landschaft. Wir sind also keine Touristen, sondern Architekten auf Reisen.
Der klare Gegensatz zwischen Stadt und Landschaft löst sich zunehmend auf. Die Landschaft ist urbanisiert und unberührte Naturräume gibt es heute kaum noch. Alle Landschaftsräume sind Gegenstand menschlicher Eingriffe – es sind Landschaften, an denen Spuren von Gestaltung und Umgestaltung wie Landwirtschaft und Infrastrukturen abgelesen werden können. In diesem Spannungsfeld widmet sich der Seminarwochenzyklus der Professur Vogt der «Urbanität der Landschaft» als Leitthema.
Inhaltlich orientieren sich die Seminarreisen an den Hauptthemen des Lehrstuhls und bieten die Möglichkeit, sich mit diesen in grösserer Tiefe und vor Ort auseinanderzusetzen. Die Reisen der letzten Semester beschäftigten sich vorrangig mit dem Thema Handwerk, wobei ein besonderer Fokus auf der Fertigung von Produkten und den dazu notwendigen Ressourcen lag. Eine weitere Fragestellung war der Wandlungs- und Anpassungsprozess, dem bestimmte handwerkliche Traditionen und ihre Träger unterworfen sind sowie welche Auswirkungen dies auf die Nutzung und Formung der Landschaft hat.