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01/07
Tag 1
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Reiseprogramm

Tag 1 - Von Milazzo nach Stromboli

Tag 2 - Vulkan

Tag 3 - Sturm auf Stromboli

Tag 4 - Die Salzgärten von Nubia

Tag 5 - Poggioreale und Grande Cretto

Tag 6 - Salzmine und Weinlandschaft im Süden

Tag 7 - Der Gemüsegarten Europas und Siracusa


Reisebericht
- PROLOG

Ein Architekt auf Reisen - was heisst das denn nun wirklich? Man meint es ja automatisch zu sein (vorausgesetzt man ist Architekt), aber was unterscheidet einen von den anderen Reisenden? Vom Metzger, vom Anwalt oder vom Dichter?

Man unterscheidet sich in dem, was man sieht.

Auch hier könnte man einwenden, dass doch alle dasselbe sehen (vorausgesetzt sie sind am selben Ort). Aber die Griechen wussten es besser, ihr 'sehen' war aussagekräftiger, bedeutet doch das altgriechische 'theaomai': (an)schauen, sehen, wahrnehmen, betrachten - aber auch bedenken, erkennen, und nicht zuletzt anstaunen, bewundern, besuchen. Die Aktivitäten des tugendhaft Reisenden scheinen hier benannt und zugleich wird offenbar, wie man sich im 'Sehen' unterscheiden kann, nämlich durch das Wissen. Wo der Architekt zuweilen Säulenordnungen und Proportionen bewundert, sieht ein anderer bloss ein Gebäude und wo der Landschaftsarchitekt lateinische Bezeichnungen, Gattungs- und Artzugehörigkeiten nutzt um auf Bodenbeschaffenheit, Klima und Kultur zu schliessen, sieht der Laie oft nur namenloses Grün - im Glücksfall staunt er über diese namenlose Schönheit, womit er dem wissenden Sehen oder dem wissenwollenden Sehen schon wieder näherkommt.

Man unterscheidet sich in der Absicht, mit der man sieht.

Nicht nur das Wissen und die eigene Biographie prägt unser Sehen, entscheidend ist auch der Fokus, mit dem man etwas wahrnimmt. Auf einer Insel mag sich der Dichter an der stürmischen See ergötzen und die kathartische Wirkung des Windes preisen, während der Abreisende im Wind nur das Hindernis seiner Weiterfahrt sieht, der Fischer in ihm das verlorene Einkommen und der Restaurantbesitzer das gewonnene, wobei er statt Pesce einfach Pasta kocht. Und dieser Fokus unserer Wahrnehmung bestimmt dann letztlich auch die Bewertung des Gesehenen - ob der Wind Fluch oder Segen ist. Wenn auch das Beispiel des Windes schlecht gewählt scheint, spricht man vom Sehen, aber verständlich wird, mit Blick auf die zu schildernde Reise. Nun denn... 

Man unterscheidet sich in der Art, wie und womit man das Wahrgenommene festhält.

Das Sehen und was man davon behält ist auch zeitbedingt. In einer Stunde sieht man nicht zwingend mehr als in einer Minute, aber anders; dadurch ist auch das, was man in Erinnerung behält anders. Aber Festhalten kann auch aktiver sein als das Bild, das, will man die Griechen noch einmal bemühen, sich durch das Sehen in unsere Seele einprägt; man kann das Gesehene übertragen in eine mitnehm- und festhaltbare Form: zum Beispiel in eine Fotografie, eine Zeichnung oder in einen Text. Das Werkzeug und die Technik, die man wählt, bestimmen wie das Wahrgenommene festgehalten wird - subjektiv oder objektiv, ganz genau oder abstrakt, in einer Sekunde oder in einem Tag. Das Ergebnis, das Festgehaltene, ist Folge eines Übersetzungsschrittes. Wie und wohin man etwas übersetzt ist genauso relevant wie die Frage, wer es nachher wieder liest.

Aber man hat nicht immer die Wahl was Werkzeug, Absicht und das zu Sehende betrifft - zumindest nicht mehr nachdem man sich für unsere Reise entschieden hat. Denn wir haben alles vorgegeben:
was man sieht: Sizilien,
der Fokus, mit dem man sieht: Urbanität der Landschaft,
das Werkzeug, mit dem man das Wahrgenommene festhält: schnelle Skizzen.

 

 

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