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Hamish Fulton, Mankingholes on the pennine Way, 1973
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Entwerfen

Process Cartography
Local Knowledge Based Design
Das Entwurfssemester befasst sich vorrangig mit Gestaltungsprozessen urbaner Freiräume unter Einbezug landschaftlicher, räumlicher, gesellschaftlicher und ökonomischer Fragestellungen.

Der Entwurf als Prozess – der Prozess als Entwurf 
Zwischen der Formulierung des Programms und der Kommunikation des Entwurfsprojektes liegen unzählige Denkbewegungen, die sich auf Skizzen, Zeichnungen, Plänen, in Modellen, Filmen oder 3D-Visualisierungen niederschlagen. Werden die individuellen Arbeitsschritte einzeln reflektiert, kann man von einem Prozess der Kartographierung sprechen. Ein Ziel der Lehre ist es, die individuellen Übersetzungsleistungen, die die Projektentwicklung manifestieren, darzustellen und bewusst zu machen sowie der Imagination im kritischen Umgang mit den eigenen Gestaltungswerkzeugen Tür und Tor zu öffnen. Der Entwurf ist somit nicht „Endprodukt“ sondern Prozess an sich.

Wahrnehmung – Übersetzung – Kartierung
Das Verständnis von Kartographie bezieht sich nicht mehr alleine auf zweidimensionale Darstellung von Typographien und messbaren Räumen, sondern auf die Übersetzung von Erfahrungen und Phänomenen in jeweils andere Medien. Wenn man in Bezug auf Landschaftsarchitektur zum Beispiel an atmosphärische Qualitäten oder sinnliche Eindrücke denkt, die einen Entwurf ausmachen sollen - an Licht und Schatten, Farbe und Textur, akustische Phänomene, Trockenheit und Feuchtigkeit, mineralische und vegetative Materialien - gerät man schnell an die Grenzen der konventionellen Karten mit ihrem Anspruch an eine weitgehend objektive Darstellung. Es macht deshalb Sinn, die Definition dessen, was eine „Karte“ ist, zu weiten. Wird die Kartographie als eine spezifische Notationsweise eines ausgewählten Phänomens verstanden, kann dementsprechend auch ein Film eine Karte sein, ebenso eine Zeichnung oder eine Skulptur.

Den Ort lesen – Kollektives Verständnis und individueller Blick
Die in Process Cartography zu gestaltenden Entwurfsgebiete haben dezidiert städtebauliche Ausmasse. Der Massstabssprung, den Architekturstudierende demzufolge vollziehen müssen, macht das für die Landschaftsarchitektur charakteristische transdisziplinäre Denken und Arbeiten offensichtlich: für den Entwurfsprozess sind Aspekte der Geologie, Hydrologie, Vegetation, Infrastruktur, Architektur, Soziologie, Kulturgeschichte sowie des Städtebaus relevant.

Orte verfügen immer über mehrere Identitäten. Diese „Bedeutungsschichten“ stehen in vielfältiger Beziehung zueinander. Neben der Erarbeitung und Diskussion einer präzisen Ortsanalyse wird auch die subjektive Raumwahrnehmung betont und somit die Sicht des Fussgängers bewusst in den Vordergrund gestellt. Diese steht im Gegensatz zu der in der Architektur generell verwendeten panoptischen Perspektive.

In einer entwurfsbegleitenden Vortragsreihe erläutern und diskutieren wir die zur Anwendung kommenden Methoden. Daneben führen wir zusammen mit den Studierenden einen Diskurs der Werkzeuge und behandeln entwurfsrelevante Medien in kurzen Inputreferaten und gemeinsamen Übungen.

 

 

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